1
Aug
2014

tel.notate

DSC00464
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(das läuft. ich freu mich. und ein bisschen stolz. jetzt erstmal: endlos ferien!)

28
Jul
2014

...(legendenlendchen)

Obstterror! Gewitterterror! Starkregenterror! Hitzeterror! NACKTschneckenterror! Nachtfalterterror! (fliegt einer abends ins atelier, dreht zwei halbe kamikazerunden und landet DIREKT Sturzflug im bio-terpentinersatz!). terpentinersatzterror! Efeu-Terror! Hagelterror! Pflegeterror! Blattlausterror! Hormonterror! Zeckenterror. Wo man hinschaut - Terror.

26
Jul
2014

kur

Am tresen stand eine ungefähre mittfünfzigerin, dabei war sie wahrscheinlich erst mittvierzig (irgendetwas an ihr lässt sich gehen) und bei der terminabsprache für die nächste durchsicht ihrer pupillen sagte sie bezüglich september sehr selbstbezogen „Nein, da bin ich in Kur!“. Das selbstverständlichste ihrer welt. Eine Kur. Vor vier jahren hatte ich einmal meinen doktor witzelnd befragt, ob ich nicht eigentlich einmal eine kur beantragen könnte. Ob ich da chancenreich wäre. Er lachte, wie ich erwartet hatte, milde, betrachtete meine sorgsam gepflegten fingernägel, tastete meinen magen, der damals wehtat, und erkundigte sich nach der kirschkern. Die alte dame hat eine für ihr alter immer noch erstaunliche sehfähigkeit und das parkhaus im ärztehaus verlangt für fünfzig minuten zwei euro vierzig. Ohne diese parkmöglichkeit wäre ein arztbesuch mit sehr alten menschen nicht mehr möglich. Werte gilt es zu schützen, daher geht der preis vollkommen ok.

Segelnde ärzte in zivil im sommer erkennt man an ihren weichen schuhen als „Ärzte, die auch segeln“, auch wenn sie es kokett verheimlichen wollen und lieber als bspw. Juristen oder Geisteswissenschaftler angesehen werden würden. Kindheitsträume, pubertärer Abschnitt. Kurzärmelige Polohemden. Kaufmänner tragen spitze schuhe.

Was IST eigentlich aus diesen röntgenbrillen geworden, (so fiel es mir ein), mit denen man im Sommer alle frauen nackt hätte hindurchsehen können sollen durch ihre kleidung? Jene Versprechen mit 15. Das hat ja auch nie funktioniert.

Und sollte ich mal ausversehen aus zehntausend höhenmetern abgeschossen werden, dann möchte ich nicht, dass irgendein camouflagierter separatist, weder besoffen noch nüchtern, mit meinem ebenfalls abgeschossenen stofftier auf dem arm in die weltpresse hineinposiert, während meine EC-karte bereits in seiner backentasche verschwunden ist. Rauchend, ohne Geheimzahl.

Schön zu bemerken die heimlich immer noch verliebten blicke eines alten mannes mit kassenrollator, der seine feingliedrige und um eleganz auch in hohem alter bemühte frau zum augenarzt begleitet hatte. Das blitzen in seinen augen und das blitzen in den ihrigen, wenn ihre blicke sich trafen, kurz bevor jene sich – selbst ebenfalls unsicher im Gehen - ins behandlungszimmer begab. Vielleicht war sie ja auch seine geliebte, oder beides.

19
Jul
2014

sommersch

jul1
jul2
jul3
jul5
jul4
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(schon Sommer)

15
Jul
2014

....

Stand ich auf einer Wiese. Wiesen wie diese, Rahn müsste schießen. Zerbrich mich nicht. Von der Wiese aus piselte der alte Petersen in hohem Bogen in die Hecke. Abseits seiner piselte die alte Perserin wie von einer Hecke aus wie im hohen Bogen wie in eine östliche Wiese wie in fernöstlicher Weise. /Der alte Hansen zündelte sich eine Zigaret an, nahm einen tiefen Schluck schweren Kopfwehweines und hob an, wie zu folgend Novelle: "Das Weise war aufgefahren, der Brand jedoch, er war gezügelt vom: Adel." Während der Deich brach. Sich alles ergoss, die Hummeln bauchoben, zwisch ihren Beinen die Bienen. Der alte Petersen, er war morgens noch zur Hecke gegangen, um dort hinein zu piseln. Die alte Perserin am Morgen noch zum Markt. In ihren Armen war tot das Kind, in seinen Armen das Kind war tot.

Unterm Schnitzel wird gejodelt. Da lacht der Gaucho. Mir war so danach, als Waldmeister.

11
Jul
2014

drecksbude

Innerhalb der letzten dunklen tage gewesen wieder mal in einer drecksbude. Beim duschen abends pfeift man durch die nase und schwarz pfeift heraus. Jahrhunderte alter dreck. In den spitzen winkeln des dachbodens, dort, wo die verrotteten sparren auf den müden traufen aufliegen, dort lag auch eine leere packung leichter marlboro für noch 4 Mark. Datierungshinweise sind das, wertvolle spuren vergangener baumaßnahmen. Ein gebrauchtes condom auch, undatiert leider, der weichmacher hat schon gefressen, daneben ein damenstrumpf bis knie in beige und ein kleines kinderspielzeug, ein rostiges kännchen für den kaufmannsladen, vielleicht hundert jahre alt. Vielleicht auch hundertundzwanzig. In diesen schwer zugänglichen ecken findet man oft interessante hinterlassungen. Von kindern, erwachsenen oder den dachdeckern und anderern gewerken vergangener zeiten. Uralte bierflaschen, darin tote mäuse, metallene zigarettenetuis, beschläge barocker fenster. Oder eben zurückgelassene liebesmühe. Vorvorgestern lag dort auch eine skelettierte ratte, ganz nah bei ihren zwei knöchernen kleinen babyratten in embryonaler anmut. Der chef der steinleute, neben seiner vorliebe fürs doppelaxtwerfen auch ein geprüfter jäger, meinte tags darauf, es könne auch eine verhängnisvolle geburtssituation vorgelegen haben, bei welcher mutter und kinder verstarben. Und der rest eines plakates mit einer sexistischen bikiniblondine aus 1975, die blond und blauäugig allen wehrpflichtigen einen staatlichen zuschuß von 50 Mark im monat verspricht. 1975, da wäre ich eigentlich am blinddarm gestorben, hätte ich zu zeiten des kleinen kaufmannsladenkännchens gelebt. Denke ich mir. Diese zufälle immer. In einen kehlbalken mit wucht hineingerammt ein brieföffner in form eines schwertes mit ziselierter klinge und überall schwarzer staub und dreck, auch auf dem märchenbuch von 1904 im spitzboden. Die toten ratten ließen mich eine atemmaske überziehen, was eigentlich selten vorkommt, wegen möglicher giftstäube, über deren halbwertszeiten ich keine information habe. Ich musste dort, in diese abseite, hineinkriechen, um mit dem spezialbohrer einen holzkern für die bestimmung des alters herauszusezieren. Was diesmal leider nicht gelang. Die jahresringe mitsamt der schädlinge aus vermuteten vierhundert jahren flogen uns um die ohren mitsamt den auf ihre auferstehung lauernden getrockneten bakterien der PEST. Und den hungrig schlummernden viren der pocken.

Und doch: Ich mag diese orte. Immer wieder aufs neue und vor allem bei düsterem Dauerregen im siebten Tage. Mein gemüt ist dehnbar und stabil.

Auf einem werblichen schild vor einem lokal während der rückfahrt von der drecksbude stand mit kreide geschrieben: „Bier, so kalt wie das Herz deiner EX!“. Früher hätte ich angehalten und fotographiert.

Gottlob ist diese woche vorrüber. Endlich wieder die sonne heute.

5
Jul
2014

raedchen

Mein Lauf durch den tiefen Wald gekrönt vom Angriff eines Bussardvogels, ein äußerst großes Tier, dabei hatte ich ihn zunächst noch freundlich gegrüßt. Nach dem zweiten Sturzkampf warf ich einen Stein nach ihm und verfehlte ihn nur knapp. Trotzdem säumte er noch mehrfach meinen Weg in sicherer Höhe. Er verfolgte mich. Wie schnell doch die Urbilder schwarz-weisser Angstfilme Augen am Hinterkopf generieren und das Kribbeln im Nacken. Schließlich unverletzt den Waldrand erreicht. Vielleicht sollte alles die Revanche für eine von mir tags zuvor wahrscheinlich grundlos im Reflex erschlagene Gartenkakerlake gewesen sein. Man weiß zu wenig über solche Zusammenhänge.

Coca-Cola ist jetzt auch regional produziert, denn kurze Wege schützen das Klima. Las ich auf einem Coca-Cola-Laster.

Heute im Kalifat: 3 im Weckla. Mahlzeit.

Vielleicht braucht die Welt ja einfach eine menschenrechtsarme Zone, dies als Exzerpt meiner letzten einhundert Jahre. Warum sollte die Idee so schlecht sein, eine Gegend mit solcherlei Weltanschauung zuzulassen. Aus resignierender Erkenntnis. Wohin dann all jene freudig ziehen können, die sich nichts sehnlicher wünschen, als ebenjenes Leben. In einem von ihnen gelobten Land. Ein gelobtes Land also. Die Dschihadisten, Bombenbauer, Salafisten und sensiblen Hardliner müssten sich nicht mehr aufregen über zu leicht bekleidete Frauen in Frankfurter Jugendhäusern, sie bräuchten sich nicht mehr in ihrem Glauben verletzt fühlen von französischen Jugendlichen, die nächtens Schweinefleisch verzehren und sie müssten dann auch keine Kunstwerke mehr zerstören, deren weltfriedlicher einer Teil schlicht ein Exemplar des Koran ist. War. Und so weiter. Ich bin grundlegend geprägt von jenen sogenannten „westlichen Werten“, die sich an Freiheit, Gleichheit, Toleranz und Brüderlichkeit orientieren. So einfach. Und ich mag die Regeln des Sandkastens. Wer wirft, fliegt raus. Auch wenn das ja mehr und mehr als konservativ verortet wird. Und so altmodisch moralisch klingt. Seltsam. Wir sind so cool geworden, so cool, wie es uns die Verbrecher der Welt vormachen, ganz gleich, wo sie sitzen. Das Erdgeschehen mit seinen Frechheiten und seiner Grausamkeit jedenfalls geht mir zunehmend auf den Sack. Wohin man auch schaut, schiefe Lagen. Und grenzenloser Zynismus. Besser, auf die Seele. Meine arme Seele.

meine arme klitzekleine seele.

Aber auch ich bin nicht ohne Sünde. Ich habe von einer Wal-Salami* gekostet. In der Dämmerung, unbeobachtet, voller Scham. Drei kleine Rädchen. Einmal im Leben. Und ich muss wirklich sagen: Ganz erstaunlich. Hervorragend!

Ich tu das nie wieder.

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(*aus Fangquote/NOR)

26
Jun
2014

...

Selbst,
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(Foto: Die Köchin)

_____
EDIT, nun also endlich am richtigen Ort: Eine ursprünglich eher aus semi-melancholischen Eitelkeiten hyperinszeniert entstandene Urlaubs-End-Fotographie hat einen willfährig aufbegehrenden Bedeutungswandel erfahren. Erst Herr Kid hat mit seiner äußerst gelungenen Double-Meta-Imitation unter der Überschrift "Kann ich auch!" eine wundervolle neue Bewegung lawiniert! Unter der Betitelung "Selbst, als Bomberpilot für's Gute an sich" sind nun mittlerweile - weltweit! - mannigfach hervorragende Adaptionen einer möglchw. stetig wachsenden Crow einzusehen, die sich das Zeichen des Sieges (engl.: Victory) über das Böse auf die wahrhaft wehrhaften Helme schreibt:

Herr Kid
Frau Montez
Herr Mek
Fräulein Krabbe
Mr. Speed
Frau Felis-Major
Frau Casino
Frau Gaga
Mdme. Tikerscherk
Frau Landlebenblog

(tbc)
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